Im Herbst und Winter zeigt sich, dass das Licht am Fahrrad
oft ein Schattendasein führt. Dabei ist gerade jetzt eine funktionierende
Beleuchtung besonders wichtig. Eigentlich allgemein bekannt, dennoch sind viele
Radfahrer als Dunkelmänner unterwegs.
Der hält deshalb Tipps für die Fahrradbeleuchtung bereit. Die wichtigsten
Aspekte hat der ADFC Hochtaunus hier im Web zusammen gestellt. Im Zweifel sollte
ein Fachhändler Ihres Vertrauens gewählt werden, wenn Sie darüber hinaus Fragen
haben oder Probleme mit dem Fahrrad bestehen. Im Anschluss an die Auflistung
haben wir einen Verweis zu einer Auflistung aller uns bekannten Fahrradhändler
im Hochtaunuskreis angefügt.
Ausfall einer Glühbirne
Fällt eine Glühbirne aus, fließt der Strom vom Dynamo ausschließlich durch das
noch funktionierende Birnchen und überlastet es. Eine Schutzdiode im
Scheinwerfer hilft, die Spannung zu begrenzen und so den noch funktionierenden
Teil der Lichtanlage zu schützen. Viele Lampengehäuse lassen sich sich
mittlerweile ohne Werkzeug öffnen, und wer eine Ersatzbirne im Gepäck hat,
strahlt wieder schneller.
Halogenbirnchenbrennen 60 bis 100 Stunden, leuchten im Alter aber immer
schwächer. Leuchtdioden (LED) dagegen halten im Allgemeinen ein Fahrradleben
durch. Einfach austauschen lassen sich die Leuchtmittel nicht. LED brauchen eine
spezielle Elektronik und Kühlung, so muss die gesamte Lampe gewechselt werden.
Defektes Standlicht
Meistens liegt dies an der vorderen Birne. Sie ist vermutlich kurz vor dem
Durchbrennen, dann verbraucht sie mehr Strom und der Stromspeicher des
Standlichtes wird nicht mehr aufgeladen. Hier sind neue Glühbirnen angesagt.
Rücklichter
Rücklichter am Schutzblech können durch enge Einlässe oder im Gewühl einer
Abstellanlage beschädigt werden. Zudem sind die Glühwendeln der Birnen während
der Fahrt ständigen Erschütterungen ausgesetzt. Ein Rücklicht sitzt
vibrationsgeschützter und wenige anfällig am Gepäckträger.
Defekte Kabel und lockere Kabelanschlüsse
Gerissene Kabel unterbrechen den Stromkreis, durchgescheuerte Isolierung kann
einen Kurzschluss zum Fahrradrahmen herstellen. Hier muss ausgetauscht werden.
Schrumpfschläuche helfen, das Kabel an empfindlichen Stellen besser zu schützen.
Lose Kabel sichern
Mit Kabelbindern lassen sich die Stromkabel eng am Rahmen fixieren, das
vermindert die Gefahr, dass sie abreißen. Nur am Übergang vom Rahmen und Gabel
muss das Kabel mit etwas Spiel verlegt werden, damit es beim Einlenken nicht
abreißt. Spezielle gewendelte Kabel können hier ebenfalls Abhilfe schaffen.
Ärgernis einadriges Stromkabel
Es leitet den Strom vom Dynamo zu den Lampe, den Rückweg zum Dynamo übernimmt
der Fahrradrahmen. Eine häufige Fehlerquelle, weil Lackschichten, aber auch
Korrosion diesen Weg verbauen. Gehen Sie keine Kompromisse ein - ersetzen Sie es
durch ein zweiadriges Kabel: Zwillingskabel oder das robustere Koaxialkabel.
Kontaktscheu
Wackelkontakte, lose Anschlüsse an Dynamo, Front- und Rücklicht lassen den Strom
nicht fließen. Gleiches gilt für oxidierte Steck- oder Klemmverbindungen.
Abhilfe schaffen Nagelfeile oder feines Schmirgelpapier, die Stecker vom Rost
befreien. Vorbeugend aufgetragenes Fett an allen elektrischen Steckverbindungen
verhindert Korrosion.
Durchrutschende Dynamos
Wird es nass, passiert es oft, dass es trotz funktionierender Beleuchtung dunkel
wird, weil der Dynamo "durchrutscht". Schauen Sie nach, ob das Röllchen
verschlissen ist oder die Kontakte am Seitenläufer korrodiert sind.
Richtige Einstellung
Moderne sensorgesteuerte Lichtanlagen schalten sich bei Dunkelheit automatisch
ein. Bleibt es dunkel, kann der Schalter auf der falschen Position stehen.
Reflektoren sind Pflicht
Je zwei gelbe Reflektoren an den Pedalen, Rückstrahler in den Laufrädern,
wahlweise reflektierende Reifenflanken oder reflektierende Speichen, ein weißer
Rückstrahler vorne und ein roter hinten, sowie ein weiterer im Rücklicht. Auch
reflektierende Elemente an der Kleidung oder Reflexbänder ziehen Blicke auf
sich. Mit etwas Seifenlaufe behandelt, erstrahlen Lampen und Reflektoren auch
wieder nach Schneematsch-Fahrten.
Optimales Sichtfeld
Radfahrer müssen im Vergleich zu motorisierten Verkehrsteilnehmern mit wenig
Licht auskommen. Da ist es um so wichtiger, dass es "richtig" leuchtet. Von
unten nach oben heller werdend, damit der Lichtkegel die Fahrbahn vom Vorderrad
bis in etwa 20 Meter Entfernung gleichmäßig hell ausleuchtet. Auf eher kurvigen
Strecken hilft ein breiteres Lichtfeld, um Kurven besser einsehen zu können. Auf
Straßenabschnitten mit blendendem Gegenverkehr ist ein schmales, helles
Lichtfeld besser, so brauchen die Augen nicht so lange, um wieder etwas zu
sehen. Damit dem Radfahrer keine Unregelmäßigkeiten auf der Straße vorgespielt
werden, sollte das Licht keine ausgeprägten Strukturen aufweisen. Auch Streifen
oder Ringe am Rand des Blickfeldes können das Auge irritieren. Ein hell nach
oben leuchtender Rand blendet und verschlechtert die Sicht - Abhilfe schafft
Klebeband oder schwarze Farbe. Zugelassene Beleuchtungen haben eine Nummer: Sie
besteht aus einer Wellenlinie, einem großen K und einer zwei- bis fünfstelligen
Zahlenkombination.
Quelle: ADFC Radwelt, Ausgabe 5/2007