25.
November 2009
(KM-HK1246#M01)
Friedrichsdorf: Stadt
25+
Kurzanalyse aus ADFC-Sicht
Aus dem Internetportal der Stadt zum Projekt Stadt 25+ (www.stadt25-friedrichsdorf.de
).gehen
erstaunlich wenige Punkt zum Radverkehr hervor. Richtig
konkret wird es erst beim Bahnhofsworkshop, hier sind aber
richtig gute Gedanken dabei. In den Leitlinien als
übergreifendes, führendes Dokument wird der Radverkehr
zukunftsbezogen als "ist vernetzt organisiert" erwähnt.
Quelle: „Meine Ideen für Friedrichsdorf“
(pdf-Download der Stadt)
Sammlung von Ideen und Anregungen anlässlich der
Kiosktermine September 2009 13.09.2009 Friedrichsdorf,
20.09.2009 Burgholzhausen, 27.09.2009 Seulberg und
29.09.2009 Köppern
-
Verbesserte Radwege zu den
einzelnen Gemeinden
-
2. Wunsch: bessere Verbindung in
die einzelnen Orte per Rad und zu Fuß
-
Fahrradweg Bahnhof
Friedrichsdorf: Sicherung des Radwegs! Dieser Übergang
betrifft Schulweg (PRS), Einkaufen mit dem Rad etc. und ist
super gefährlich!!! (siehe Skizze)
-
Es fehlen Fahrradstellplätze vor
dem Heimatmuseum, am Landgrafenplatz; am Houiller Platz
wurden Stellplätze weggenommen
Quelle: Baustein 1,
Analyse Friedrichsdorf
(pdf-Download der Stadt)
- Potentiale, unter 4.
Die kurzen Wege in den städtischen Kernbereichen und
auch in der Landschaft stellen für Friedrichsdorf eine
spezifische Lagequalität dar, die durch optimale Fuß-
und Radwegeverbindungen noch aufgewertet werden kann.
- Baustruktur:
keine optimale Gestaltung der Fuß- und
Radwegverbindungen zwischen Bahnhof und Hugenottenstraße
Quelle: Baustein 1,
Analyse Burgholzhausen
(pdf-Download der Stadt)
- Potentiale, unter 3.
Durch eine gestalterische Aufwertung der
Radwegeverbindungen mit anderen Stadtteilen könnte die
räumliche Zugehörigkeit zur Gesamtstadt verstärkt
werden.
Quelle: Baustein 1,
Analyse Seulberg
(pdf-Download)
Quelle: Baustein 1,
Analyse Köppern
(pdf-Download der Stadt)
Quelle: Baustein 2,
Leitbild
(pdf-Download der Stadt)
- Verkehr 2033 (Seite 6):
Der ruhende und bewegte individuelle Fuß-, Rad- und
motorisierte Verkehr sowie der öffentliche
Personennahverkehr wurden vernetzt organisiert.
Quelle: Baustein 2,
Entwurf Stadtbildkonzept
(pdf-Download der Stadt)
- Handlungsüberlegungen
Stadt- und Stadteile - Fuß- und Radwegnetz gestalterisch
durchgängig entwickeln
- Handlungsüberlegungen,
Verkehrsraum ist Lebensraum
Gleichberechtigtes Nebeneinander der verschiedenen
Mobilitätsarten
- Handlungsüberlegungen,
Verkehrsraum ist Lebensraum
Durchdachtes Beleuchtungskonzept
- Handlungsüberlegungen,
Verkehrsraum ist Lebensraum
Stadtmöblierungskonzept
Quelle: Auszug Workshop
Bahnhof
(pdf-Download der Stadt)
- skizzierte Umgestaltung
der Unterführung, v.a. ebenerdige Zufahrten, Durchfahrt
möglich
Quelle: Ergebnisse
Workshop Bahnhof
(pdf-Download der Stadt)
- Schaffung eines großes
Fahrradparkhauses
- Im Rahmen des neuen
Verkehrskonzeptes entsteht durch die Umlagerung des
gesamten Individualverkehrs in die leistungsfähige
Unterführung an der Professor-Wagner- Strasse hier eine
attraktive, auch nachts hell beleuchtete und sichere
Unterquerung der Bahnlinie, an die nicht nur die
Regionalparkroute, sondern vor allem auch die Fuss- und
Fahrradnetze der Stadt direkt und, wie hier bereits im
Fall des westlichen Ausgangs sowie der östlichen Querung
des Bahnhofsplatzes, mit sicheren und übersichtlichen
Übergängen angebunden werden können.
- Die Promenade
Ein breiter, bequemer Fuß- und Radweg auf dem Damm
entlang der bestehenden Bahntrasse soll zukünftig das
verknüpfende Element zwischen den Stadtteilen und der
Landschaft werden.
- Neben dem Spießwald
verbindet die Promenade die neue Philipp-Reis-Schule,
die verschiedenen Stadtteile mit dem Bahnhof
Friedrichsdorf.
- Die „Stadtebene“ wird
über bequeme Rampen mit der Ebene der Promenade
verbunden. Der neue Fuß- und Radweg wird von hohen
Pyramidenpappeln begleitet und ist von weitem als
verbindendes Element sichtbar. Mastleuchten und die
indirekte Beleuchtung der Bäume durch Bodenstrahler
sorgen bei Nacht für eine gute Ausleuchtung.
- Genauso wie die neue
Unterführung am Bahnhof kann auch die Neugestaltung des
Viadukts in der Lilienthalstrasse die städtischen
Verbindungen für Fußgänger und Fahrradfahrer deutlich
verbessern und somit auch das Milupaquartier besser an
die östlichen Stadtteile anbinden.
- Eine Reduzierung des
motorisierten Verkehrs auf Einbahnverkehr kann neben der
baulich-atmosphärischen Verbesserung eine wichtige
Maßnahme darstellen.
- Verkehr
Der Viadukt am Lilienweg ist heute für die Anforderungen
der Rad- und Fußwege Führung in Verbindung mit dem KFZ
und LKW Verkehr nicht ausreichend. Für Radfahrer und
Fußgänger stellt er zudem eine unangenehme und unsichere
Passage dar.
- Wir sehen hier die
Chance eine großzügige, attraktive Wegeverbindung
ausschließlich für Radfahrer und Fußgänger zu schaffen.
Wir schlagen deshalb vor, den Viadukt für den KFZ
Verkehr zu sperren, was den unübersichtlichen
Knotenpunkt am westlichen Tunneleingang überflüssig
macht.
ADFC-Kommentar:
Vor allem bei übergreifenden Formulierungen sind visionäre
Ziele nicht zu erkennen. Die einzige "brauchbare" Aussage
bezieht sich auf das Jahr 2033 und besagt, dass u.a. auch
der Radverkehr "vernetzt organisiert" ist. Eine
0-8-15-Aussage, der man sich auch ohne jegliche Ambitionen
hinsichtlich der Berücksichtigung des Radverkehrs problemlos
anschließen könnte.
Vielmehr hätte es anderer Formulierungen bedurft, um die
seit Jahrzehnten vernachlässigte Fahrradnutzung durch
verschiedene Maßnahmenbündel in unterschiedlichen
Themengebieten auf ein sinnvolleres Niveau anzuheben. Im
Nationalen Radverkehrsplan spricht die Deutsche
Bundesregierung von 25% Radverkehrsanteil bis 2012, im
Durchschnitt liegt das Rhein-Main-Gebiet heute bei ca. 6%,
allein Frankfurt hat durch besondere Anstrengungen bereits
knapp 20% erreicht. Die Leitlinien sind hinsichtlich des
Radverkehrs in Friedrichsdorf eher eine Null-Vision.
Auch die Analyse der einzelnen Ortsteile ist eher schwach
ausgeprägt. Konkrete Probleme werden nur ganz wenige
genannt, für einige Ortsteile fand man gar gar keine
konkreten Probleme - die Welt ist also bei einem marginalen
Radverkehrsanteil schön heil - oder? Vorhandene erhebliche
Mängel sprechen eine ganz andere Sprache...
Richtig konkret mit sinnvollen Vorschlägen und Ideen wurde
es beim Bahnhofworkshop. Friedrichsdorf hat ja, wie Usingen
im Hochtaunuskreis auch, an dem Projekt BahnVille
teilgenommen. Leider wurde in Friedrichsdorf - anders als in
Usingen - kein Radverkehrsclub beteiligt. Trotzdem sind
einige bemerkenswerte Vorschläge enthalten, die aber nur auf
die weit entfernt liegende Zukunft verweisen, z.B. eine
Fahrradstation, eine ebenerdige - allerdings viel zu schmale
- Unterführung statt der bisherigen dunklen Röhre, die nur
über Treppen und Rampen passierbar ist. Auch die Ideen zur
weiteren Anbindung sind gut. Dafür wurden in der hier und
heute konkret vorhandenen Situation, in der noch über Jahre
der Verkehr abgewickelt werden muss, keine Punkte entdeckt
oder genannt, bei denen man sofort Verbesserungen schaffen
könnten. Damit wird man niemanden zusätzlich auf's Fahrrad
locken - im Gegenteil. [Stefan
Pohl]
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